Einweihung des Forschungsneubaus am Fraunhofer IOF: Neuer Schub für QuNET und sichere Quantenkommunikation „Made in Jena“
Jena, 10. März 2026 – Mit einem Festakt hat das Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF seinen neuen Forschungsneubau offiziell eingeweiht.
Bundesforschungsministerin Dorothee Bär und Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt würdigten bei ihrem Besuch die zentrale Rolle des Instituts für die Entwicklung sicherer Quantenkommunikation in Deutschland. Der mittlerweile dritte Erweiterungsbau des IOF bietet neue Labore, Reinräume und Hightech-Anlagen, darunter eine moderne Elektronenstrahl-Lithografie zur Fertigung photonischer Komponenten sowie eine Bodenstation für satellitengestützte Quantenkommunikation. Diese Infrastruktur stärkt insbesondere die Arbeiten im Rahmen der Forschungsinitiative QuNET, die hochsichere, quantenbasierte Kommunikationssysteme für staatliche und kritische Infrastrukturen entwickelt.
Forschende des Fraunhofer IOF entwickeln dafür unter anderem neuartige Lichtquellen, Einzelphotonenquellen und optische Systeme, die verschränkte oder einzelne Lichtquanten zuverlässig über Glasfaser- und Freistrahlstrecken sowie aus dem Weltraum übertragen können. Ein Meilenstein auf diesem Weg war die erfolgreiche Demonstration sogenannter „fliegender Quantenkanäle“, bei der Quantenzustände über ein Forschungsflugzeug an eine Bodenstation übertragen und dort detektiert wurden. Der neue Forschungsneubau in Jena bietet nun die räumlichen und technischen Voraussetzungen, um solche Experimente fortzuführen, in größere Distanzen zu übertragen und in ein zukünftiges Quantenkommunikationsnetz einzubetten.
Ein zentraler Programmpunkt der Einweihungsfeierlichkeiten war die Übergabe des QuNET-Whitepapers. Darin werden der aktuelle Stand, die zukünftigen Perspektiven sowie Schwerpunkte für eine Forschungsagenda zur Entwicklung quantengesicherter Informationsnetze in Deutschland und Europa aufgezeigt. Das Dokument unterstreicht die zentrale Rolle der Quantenkommunikation für die Informationssicherheit in öffentlichen Verwaltungen und Behörden sowie die Notwendigkeit, quantenbasierte Technologien nahtlos in bestehende und zukünftige Netzarchitekturen zu integrieren. Deutlich wird: Fortschritte in diesem Feld erfordern enge Kooperationen auf nationaler wie internationaler Ebene. Deutschland bringt hierbei seine führende Position in der Photonik und Quantenforschung ein, um gemeinsam mit europäischen Projekten und internationalen Partnern globale Quantennetzwerke zu gestalten. Photonik fungiert in diesem Zusammenhang als Schlüsseltechnologie für Wertschöpfung und Innovation, von Nanophotonik über Großoptiken bis hin zu integrierten Schaltungen, die für die industrielle Realisierung quantenbasierter Informationsnetze und deren langfristige Wettbewerbsfähigkeit entscheidend sind.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung und Implementierung quantenbasierter Sicherheitsmechanismen zum Schutz kritischer Kommunikationsnetze. Im Rahmen der QuNET-Initiative wurden hierzu bereits zahlreiche Schlüsselexperimente durchgeführt, in denen neue Verfahren für sichere behördliche Kommunikation und den Schutz kritischer Infrastrukturen erprobt wurden. Diese Demonstrationen fanden an den Standorten Bonn, Jena und Berlin sowie Oberpfaffenhofen/Erlangen statt und markieren wichtige Meilensteine auf dem Weg zu einer zukunftssicheren, quantengesicherten Kommunikationsinfrastruktur.

